Von der Erstaufstellung der Distanzsäule in Oberwiesenthal sind keine Akten bekannt. Die Säule wurde 1898 "farblich erneuert". Im 20. Jahrhundert erfolgten wiederholte farbliche Auffrischungen. Steinmetzarbeiten wurden an der Säule nicht durchgeführt. Der eingeschlagene Ortskanon blieb daher unverändert, worauf auch die jeweiligen Abstände am Ende der Kurse hinweisen, in denen ursprünglich Trennstriche vorlagen.

Offensichtlich ist es dem rauen Klima auf dem Erzgebirgskamm geschuldet, dass der Granit der Oberwiesenthaler Distanzsäule stärker verwittert ist als es bei anderen Säulen aus diesem Material der Fall ist. Deshalb waren bereits 1898 und erst recht später manche Ziffern, insbesondere die Brüche in den Distanzangaben, teilweise nicht mehr erkennbar. Sie wurden daher in vielen Fällen weggelassen, wie aus Fotos der letzten 90 Jahre hervorgeht. Außerdem war der Ortsname "Schneeberg" vermutlich 1921 mit "Schwarzenberg übermalt worden.

Nachdem Mitte der 60er Jahre eine Unsachgemäße mehrfarbige Ausmalung der Säule erfolgt war, sollte 1977 eine umfassende Rekonstruktion die Säule wieder in ihrem Originalzustand annähern. Leider wurden dabei teilweise Veränderungen der Inschriften durchgeführt, für die keine ausreichende archivalich-fachliche Grundlage bestand, so dass verschiedentlich bisher vorhandene originale Distanzen verfälscht eingehauen wurden. Außerdem wurde die Schreibweise einzelner Ortsnamen verändert.

Postmeilensäule OberwiesenthalHeilig-Kreuz-Kirche Annaberg


Seit Mai diesen Jahres läuft die umfassende Restaurierung der katholischen Pfarrkirche „Heiliges Kreuz“ zu Annaberg – mit dabei die Steinmetzwekstatt Wagler aus Annaberg.

Die Einführung der Reformation 1539 in Annaberg brachte praktisch das Ende der katholischen Kirchgemeinde. Damals noch und später wieder hier wohnende katholische Gläubige führten ein diasporabedingtes Schattendasein, blieben unter sich. 1824 bekannten sich siebenundvierzig Einwohner der Stadt zum katholischen Glauben. Sie waren offiziell nach Chemnitz gepfarrt, besuchten aber meist die katholischen Gottesdienste im nahen Weipert (Böhmen). Der Wunsch nach einem eigenen Versammlungsraum, einer eigenen Kirche, wurde laut. Die Lage Annabergs schien günstig, hier für die in der Stadt und ihrer Umgebung wohnenden katholischen Gläubigen einen zentralen Versammlungsraum zu schaffen. Als sich 1842 eine günstige Gelegenheit ergab, wurde aus Stiftungsmitteln das Gebäude Mariengasse 11 für 1000 Taler gekauft, neu gebaut, als Wohnung für den Pfarrer und den Kantor eingerichtet. 1849 wurde dort auch die Katholische Schule untergebracht, die 1919, im Jahr der Auflösung, aus vier Klassen mit neunzig Schülern bestand, die von zwei katholischen Lehrern unterrichtet worden waren. 1842 wurde ein der Stadt gehörendes Grundstück neben dem Böhmischen Tor für 300 Taler gekauft und darauf, von 1843 bis 1844, ein Kirchgebäude errichtet, das am 20. Oktober 1844 feierlich geweiht wurde. Sie war viele Jahre hindurch die einzige katholische Kirche in einem Umkreis, der bis an die Grenzen der katholischen Kirchenbezirke Dresden, Freiberg, Chemnitz und Zwickau reichte

Das Äußere des Kirchgebäudes hat sich in den anderthalb Jahrhunderten seines Bestehens nur wenig verändert. Der anfangs nur kleine Dachreiter wurde 1920 umgestaltet, am 24. Oktober 1920 geweiht und bekam noch im gleichen Jahr eine kleine Bronzeglocke. Diese läutete erstmals in der Christnacht 1920 und ruft seither die katholischen Gläubigen zum Gottesdienst. In den fünfziger Jahren wurde der Dachreiter nochmals verändert und erhielt seine heutige Gestalt - nicht zu seinem Nachteil. In den Jahren 1978 bis 1979 wurde die alte Sakristei durch einen Neubau ersetzt. Das Kircheninnere wird vom Hochaltar und dem darüber befindlichen Altargemälde beherrscht. Es stellt den Heiligen Joseph von Calasanza dar und ist um 1840 von keinem Geringeren als den Dresdener Hofmaler Carl Christian Vogel von Vogelstein gschaffen worden. An den Wänden links von der Apsis eine eindrucksvolle Madonna, rechts ein Kruzifix, links und rechts vom Haupteingang je eine und in der Apsis zwei kleine Heiligenskulpturen. Seit 1992 begleitet eine Jehmlich-Orgel die Gottesdienste der Gemeinde.

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